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Grosse Dinge kommen nie aus der Komfort-Zone

17.04.2020 Blog von Sam Fleetwood | PADI Instructor bei SCUBA VIVA

Meine persönliche Reflektion zum PADI Divemaster-Kurs

Welche Frage mich seit einiger Zeit umtreibt: geht es beim PADI Divemaster-Kurs um eine Aus-, resp. Weiterbildung, um ein Praktikum oder doch um einen Kurs? Nachdem ich nun gerade zwei Divemaster-Kurse unterrichtet habe und gezwungenermassen auch Zeit hatte, darüber zu reflektieren, werde ich diese Frage einfach nicht los. Schliesslich präsentiere ich dieses Ausbildungsphänomen interessierten Taucher/innen ja immer wieder aufs Neue und will dieses nur schon deshalb irgendwie genauer definieren können.

 No stress – Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen

Die Ausbildung zum Divemaster ist auf spezielle Weise einzigartig, da sie den Übergang vom privaten Hobbytauchen (Einsteiger-, Fortgeschrittenen- & Specialty-Kurse) in die professionelle Tauchwelt (PADI Pro) darstellt. Die Divemaster-Aspiranten durchlaufen ein Programm, welches je nach individuellen Bedürfnissen zwischen zwei Monaten und einem Jahr dauern kann. Dies kommt vor allem darauf an, wie intensiv sich jede/r Einzelne mit dem Kursinhalt auseinandersetzt.

Einzigartig ist das Programm auch deshalb, weil es die Möglichkeit bietet, den Kurs im eigenen sozialen und professionellen Kontext in Angriff zu nehmen. Natürlich gibt es da einige Fixdaten, an denen man gemeinsam die Theorie durcharbeitet und Workshops durchführt. Diese Komponenten bereiten die Teilnehmer auf die Verantwortungsübernahme und auf ihre kommende Rolle in der «Dive-Industry» vor. Aber schon bei den Theorie-Einheiten bietet sich ein individuelles Zeit-Management an. Haben die Teilnehmenden keine Zeit vor Ort zu erscheinen, wählen sie die PADI eLearning-Variante (nur Englisch), bei der sie fast alle Module in Ruhe Zuhause im Home-Office durcharbeiten können.

Perspektivenwechsel Divemaster

Abwechslung ist dann auch im Kurs selbst gegeben, bei dem die DM-Aspiranten vom Discover Scuba Diving bis hin zum Tieftauch-Szenario und den Rettungs-Übungen das gesamte taucherische Repertoire noch einmal durchexerziert. Der fundamentale Unterschied zur «Erstausbildung» bietet hier aber der Perspektivenwechsel. Denn neu fungiert man als Leader und muss somit nicht nur das eigene Tauchen im Griff haben, sondern soll auch über ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und eine innere Ruhe verfügen. Diese wichtigen Voraussetzungen ermöglichen einem Divemaster eine frühzeitige Problemerkennung bei Schülern und in der Folge ein angemessenes Einschreiten. Man bedenke: nicht immer realisiert ein Taucher oder eine Taucherin selber, dass er/sie Probleme hat. Hier spielen zwischenmenschliche Fähigkeiten demzufolge eine wichtige Rolle.

Ein Divemaster muss also das Feingefühl besitzen, entsprechende Situationen richtig einzuschätzen und konstruktiv auf tauchtechnische Fehler hinzuweisen. Schliesslich wollen wir unsere Schüler ja unterstützen und bei ihnen die Freude am Tauchsport fördern. Eine angespannte Beziehung zwischen Schüler und Divemaster, z. B. belastet durch Ungeduld, mangelnde Unterstützung, ständige Kritik, etc., ist niemals hilfreich.

An Aufgaben wachsen = Entwicklung neuer Soft Skills

Immer wieder beobachte ich fasziniert, wie rasch und intuitiv die Weiterentwicklung der sozialen Kompetenzen bei den Divemaster-Kandidaten während dem Kurs in Gang gesetzt wird. Konflikte und Unsicherheiten während Lehrsituationen gekonnt in lösungsorientierte Problembewältigung umzuwandeln, in chaotischen Situationen Ruhe bewahren, unterstützend auf die Tauchschüler zugehen – diese Fähigkeiten sind nicht einfach vorhanden, sondern bedingen einen nicht zu unterschätzenden Lern- und Erfahrungsprozess.

Zusammengefasst kann ich sagen – die Teilnehmer aus dem Divemaster-Kurs wachsen sowohl an ihren Aufgaben, wie auch an ihren Schülern und steigern so während ihrer Ausbildung neben ihren sozialen Fähigkeiten auch ihren EQ. Dass die hier erlernten Soft Skills auch weit über das hiesige Thema hinaus anwendbar sind, dürfte kein Geheimnis sein. Denn es sind genau diese Charakterstärken, die von unseren Mitmenschen positiv wahrgenommen werden und förderlich sind für ein gutes Miteinander – in der Familie, im Freundeskreis, im Verein, im Beruf, in der Politik, ja eigentlich überall.

Ein stetiger Lernprozess 

Erkenntnis für mich selbst: Als Instruktor lerne ich bei jedem Divemaster-Kurs mindestens so viel von meinen Schülern, wie sie von mir lernen!

Einen «perfekten» Kurs habe ich noch nie erlebt und das ist gut so. Denn wäre dem so, wäre ich vermutlich ziemlich enttäuscht darüber. Es sind gerade die Herausforderungen, um die es mir geht! Konkret heisst das, es ist meine Aufgabe, meine Schüler konstruktiv herauszufordern. Denn ohne Herausforderung kann auch kein Lernprozess stattfinden.

Die DM-Schüler lernen, dass sie nun nicht mehr Teil einer formellen Informations-Einbahnstrasse sind wie etwa beim Open Water Diver-, Nitrox- oder Dry Suit Diver-Kurs. Neu gehen sie eine ungewohnte Beziehung ein, bei der sich der Instruktor/die Instruktorin als Mentor und Coach präsentiert, welche/r den Kandidaten/Kandidatinnen bei der Bewältigung des Divemaster-Programmes unterstützend zur Seite steht. Ebenfalls neu wird die Erfahrung für sie sein, dass der eigentliche Kurs-Leiter nur einer von diversen Lehrern und Lehrerinnen sein wird, mit denen es die Divemaster-Aspiranten und Aspirantinnen während dem DM-Kurs zu tun haben werden.

Bei ihren Einsätzen während regulären PADI Einsteiger- oder Fortgeschrittnen-Kursen-Kursen (also nach Absolvierung des eigentlichen DM-Kurses) können die DM-Kandidaten ihre praktischen Fertigkeiten in «echt» üben und unter Beweis stellen. Während diesen Kurs-Begleitungen lernen die Aspiranten ganz unterschiedliche Unterrichtsstile und Herangehensweisen von ihren jeweiligen Kurs-Leitern kennen, knüpfen wertvolle soziale Netzwerke und schliessen auch neue Freundschaften.

Gerade dieser facettenreiche Charakter des Divemaster-Kurses ist es, der mich restlos begeistert und mich immer wieder anspornt, mein Bestes zu geben, wenn es um die Ausbildung künftiger Tauch-Profis geht!

Geteilte Freude ist doppelte Freude!

Ob der Divemaster-Kurs nun tatsächlich ein «Kurs», eine «Ausbildung», eine «Weiterbildung» oder ein «Praktikum» ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen.

Mir scheint, es handelt sich hierbei wohl um eine Mischform, da jeder Kurs einen eigenen, individuellen Werdegang hat, der von jenen Menschen bestimmt wird, die ihn durch ihr persönliches Einbringen formen und mitgestalten. Und genau darum geht es! Den eigenen Werdegang zu erweitern, für sich zu erfahren wie es im Tauchsport weitergehen kann und wenn man offen dafür ist, auch Wichtiges fürs Leben dazu zu lernen.

Ich behaupte, dass jede Taucherin und jeder Taucher mit dem Divemaster-Kurs die Möglichkeit erhält, nicht nur den persönlichen Alltag essentiell zu bereichern, sondern auch denjenigen der Mitmenschen. Lebensfreude schenken – darum geht es uns im SCUBA VIVA-Team. Denn nichts ist vergleichbar mit der Freude, die wir empfinden, wenn wir Anteil haben dürfen an den grossen Errungenschaften und Leistungen unserer Schüler. Ihr Glück ist unsere Ermutigung, immer bessere Lehrer zu werden!

Coaching & Teaching – wäre das nicht auch etwas für DICH? Ich ermutige DICH, verlass die Komfort-Zone und mach dich auf, die PADI Pro-Welt zu erobern! #PadiPro

➤ Hier kannst du dich zum PADI Divemaster-Kurs anmelden und schon mal die Vorfreude auf eine Zukunft als Tauch-Profi geniessen!

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Sam Fleetwood | PADI Instructor

Sam Fleetwood | PADI Instructor

Raus aus der Komfort-Zone und rein in die Welt der Tauch-Profis
– Euer Sam –